Das Erwachen

3
Mai
2007

Das Erwachen

Das Erwachen:

Teil 1

Seit fast 2 Jahren lebte ich nun unerkannt, und friedlich in meinem neuen Heim, und dachte ich hätte endlich die schlimmen Zeiten hinter mir gelassen, die Schatten meiner Vergangenheit endlich verbannt. Doch wie das Leben so spielt, wenn man am wenigsten damit rechnet, genau dann schlägt das Schicksal zu.

Es war Montag, um genau zu sein Montagabend, Feierabend.

Ich kehrte gerade von einem Beutezug, im Rahmen der Nahrungsbeschaffung, zurück, und war im Begriff meine Wohnungstür zu öffnen, als ich rechts neben mir ein Geräusch auf der Treppe vernahm. Dort stand ein älteres Männlein mit einem Zettel in der Hand. Schon der bloße Anblick dieses Herren ließ mich böses ahnen und so beschloss ich die Flucht nach vorne anzutreten, sprich schnell die Türe meiner Wohnung zu öffnen und darin auf nimmer wieder sehen zu verschwinden.

Doch genau in diesem Moment erblickte er mich, fixierte mich durch seine Glasbaustein artige Zielvorrichtung, öffnete den Mund und sprach die Worte des Grauens:

„Grüße Sie Gott mein lieber Herr, hätten Sie denn einen kurzen Moment Zeit für mich, nachdem ich Sie ja so zufällig hier sehe.“

Ich wollte meine Ohren bedecken, doch leider waren beide Arme und somit auch die angeschlossenen Hände in Beschlag genommen. Der linke wurde durch meine Einkaufstüte gefesselt, und der rechte durch meinen Wohnungsschlüssel in Anspruch genommen. Aufkeimende Erinnerungen an vergangene Erlebnisse dieser Art kamen in mir hoch, würde es wieder passieren? Würden hier und jetzt den Schatten meiner Vergangenheit neues Leben eingehaucht?

Ich versuchte meinem Schicksal ein zu entgehen, und setzte zum Verbalen Gegenschlag an:

„Ach Hallo, Zeit? Ich? Nein! Tut mir leid. Wiedersehen!“

Ich drehte den Schlüssel, die Tür öffnete sich, der rechte Fuß glitt in den Türspalt, die rettende Dunkelheit meiner Wohnung begrüßte mich, fast hatte ich es geschafft. Doch da setzte er schon zum nächsten Schlag an, Strahlen aus gleißendem Licht die Ihn umspielten zwangen mich den Blick abzuwenden, als er sagte:

„Es ist aber Sehr wichtig mein lieber Herr, denn ich will mit Ihnen über die Bibel sprechen. Glauben Sie denn nicht, das der liebe Herr Gott irgendwann das Zusehen satt hat und seine Herde von den schwarzen Schafen säubern wird?“

Aus seinen Augen leuchtete Siegesgewissheit, sein Minenspiel bedeutete mir mich zu ergeben, seine Körper Sprache hatte was von einem Jäger der den Fuß auf den Kopf der erlegten Beute stellt. Doch diese Beute war noch nicht erlegt, ich würde kämpfen, kämpfen mit allem was ich habe, kämpfen für meine Freiheit.
Ich legte all meine Energie in den nächsten Schlag, und erwiderte:

„Ähhh tut mir leid, aber ich habe verderbliche Ware in meiner Einkaufstüte die sofort in meinen Kühlschrank muss, und deswegen Sie verstehen sicherlich...ähhhh ich muss weg!“

Hätte ich eine Hand frei gehabt, hätte ich in diesem Moment wohl damit meine Schulter getätschelt. Welch Treffende Riposte ich gelandet hatte, wenn dass Ihm nun mal nicht den Rest gegeben hat. Ein Lächeln huschte über mein Gesicht, meine Körperhaltung wurde aufrechter, die Brust streckte ich heraus. Ich verlagerte mein Gewicht, um den letzten Schritt zu tun, den in meine Wohnung. Ein Geräusch, ließ mich aufmerken, eine Bewegung nur aus dem Augenwinkel erahnt. Ich drehte meinen Kopf, und blickte zu dem vermeintlich geschlagenen Gegner. Doch mitnichten war er geschlagen, ja nicht mal angekratzt, nicht ein einziges kurzes Wanken war zu sehen.

Bisher war alles nur Taktik gewesen, eine Falle hatte er mir gestellt, und ich tappte siegesgewiss wie eine blinde Leoparden Schildkröte hinein. Er sagte:

„Das ist doch kein Problem mein lieber Herr, es ist sowieso etwas unangebracht über ein solch heikles Thema auf dem Hausflur zu reden, ich könnte Sie einfach in Ihre Wohnung begleiten. Sie packen Ihre Einkäufe in den Kühlschrank und ich werde Ihnen in der Zwischenzeit über das drohende Jüngste Gericht berichten.“

Fuck...Nein...was passiert hier? Er hat mich am Haken. Ich spürte meinen Widerstand zerbrechen, meine Mauern bröckeln. Meine Lippen formten die magischen Worte:

„Ähhhhh ja ger......

Auf einmal hörte ich ein fauchen, ein schnauben, ein flattern von Flügeln. Dieses Geräusch kannte ich nur zu gut, eine Gänsehaut lief mein Rückrat entlang. Nein, nein warum jetzt, 2 Jahre hatte ich Ihn unterdrückt, 2 Jahre war er verschwunden. Ich spürte wie sich eine Last auf meiner rechten Schulter niederließ, heißer Atem erreichte mein Ohr, ich wagte es nicht meinen Kopf zu drehen. Doch ich wusste was ich dort sehen würde, ER, er war zurück. Der ständige Angriff auf meine geistigen Mauern, durch den Herren von der Treppe, hatten Sie durchlässig gemacht. Dort hatte er gelauert und gewartet, gelauert wie ein Jäger auf den Hirsch, gewartet auf eine Gelegenheit wie diese. Und da hörte ich die Worte die Ich fürchtete, die soviel Macht verheißen.

„ISCH WILL DIR FRESSEN“

Fortsetzung folgt.....
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