Zuschauer
Ich bin gerne hier. Im Dunklen. Im Stillen. Man sieht mich nur, wenn man weiß das ich da bin. Ich sehe Ihm gerne zu. Dem Leben. Dem Leben der anderen. Lasse dort gerne meinen Blick wandern. Er trifft auf ein Pärchen. Sie hat die Stimme erhoben. Er seine Mimik versteinert. Worüber Sie sich auch unterhalten, einig scheinen Sie sich nicht zu sein. Ich verlasse die beiden. Eine schlanke Frau zieht meinen Blick auf sich. So wie Sie lächelnd durch die Menge streift, nicht nur meinen. Dort wo Sie geht wird gelächelt. Nur einer versucht die lächelnde Menge mit Blicken zu erdolchen. Er hält die Hand der Frau. Meinen Blick zieht es weiter. Aus einem aufgeschlagenen Buch zur Menge skandierend steht er dort. Eifer zeichnet seine Züge. Gleichgültigkeit die der Menschen um Ihn herum. Ich wende meinen Blick ab und lasse Ihn ziellos streifen. Ich mag es das Leben an mir vorbei fließen zu lassen, nur zuzusehen. Kein Ziel oder Fokus zu haben. Sich einfach treiben lassen.
Mein Blick trifft zwei Augen. Sie sehen mich an. Sie lächeln mich an. Auch ich beginne zu lächeln.
Der Blickkontakt bricht. Die Augen verschwinden wieder in der Masse. Sind weg. Mein Lächeln bleibt.
Ich werfe meine Zigarette aus dem Fenster, und mich zurück in die Masse. Werde wieder ein Teil der Menge. Höre wieder Ihre Musik.
Die Ampel wird grün. Ich fahre los.
